Dieser Artikel ist dem Ansatz einer Diskussion mit meinem Vater, die sich kurz entspann, als wir am vergangenen Sonntag auf meinen Zug warteten, geschuldet. Und wegen der Wichtigkeit des Themas poste ich es parallel auf Steemit. Kommentare hier wie da sind ausdrücklich erwünscht.
Ich will ja immer mal gern wissen, was meine Mutter und er (oder vor allem er) sich in den 1990er- und 2000er-Jahren dabei gedacht haben, mir erst die Ausbildung zum Fachinformatiker, dann die Tätigkeit in dem Beruf und später das Physikstudium bzw. die Fortsetzung desselben nach bestandenem Vordiplom (ihr erinnert Euch, daß ich da Ehrenrunden gedreht habe?) ausreden zu wollen.
Der knappen Art, wie mein Vater die Diskussion abbügelte, nach zu urteilen, hat er sich vielleicht gar nichts gedacht. Auf jeden Fall nicht soviel wie ich danach darüber gegrübelt habe.
Gleichermaßen hat das in mir einen gewissen Gedankenprozeß in Gang gesetzt. Ich habe mich erinnert, wie ich Hobbys ausgeführt und wann und wieso ich sie für mich auslaufen habe lassen. Ein aktueller Auslöser ist außerdem meine Situation beim Technischen Hilfswerk. :/ Diese Sache, daß man sich einfach immer selbst mitnimmt, egal, wo man hingeht, welche Leute man trifft.
Und so ist die eigentliche Frage: warum hast Du diese Hobbys und Interessen verfolgt und zu welchem Zweck? Hat das, was sich daraus ergeben hat, noch mit dem zu tun, was Du angestrebt hast?
Ich bin ein wißbegieriger Mensch. Ich möchte behaupten, daß ich für's Lernen lebe. Nicht so sehr für die Ausführung. (Stehen Schwierigkeiten im exekutiven Bereich eigentlich in den Diagnosekriterien für Asperger-Autismus?)
Beispiele gefällig? Da hätten wir:
- die oben erwähnte Ausbildung
- die Amateurfunkprüfung
- das Physikstudium
- die Ausbildung zum Rettungsdiensthelfer
Und das waren nur die Sachen, die mit einer Prüfung abschlossen. Bei letzterer hab ich ja schon vor, während und nachher herumgejammert, daß ich mir Sorgen mache, es nicht zu bewältigen. Tatsächlich hat es da schon den einen oder anderen Fall gegeben, wo ich den Leuten einfach zu langsam war.
Aber ganz vorn dabei, weil zeitlich am wenigsten zurückliegend, ist natürlich:
- die Ausbildung und Tätigkeit beim Technischen Hilfswerk,
wo ich das Gefühl habe, unbrauchbarer zwischen den Stühlen zu hängen als irgendwo sonst vorher. Jetzt sind nach einem Jahr unaufgeklärter Paranoia endlich meine Namensschilder gekommen und angesichts dessen, daß Sätze wie "darfst Du auch mal mitspielen?" gefallen sind, möchte ich fast fragen: wozu eigentlich Namensschilder für mich? Warum hat man mich (und zwei andere Personen, die wie Klötze an der Gruppe hängen, ohne funktional etwas beizutragen) nicht einfach rausgeschmissen, anstatt uns in eine Untergruppierung auszugliedern, wo wir uns gegenseitig zerfleischen dürfen, aber uns selbst nicht so führen können, daß etwas sinnvolles herauskommt? Oder anders gefragt: ist das die Realität, die ich anerkennen muß, daß meine kognitiven Fähigkeiten so minderwertig eingeschätzt werden, daß der Wille zu lernen in die Sackgasse führt? Habe ich meine eigenen Grenzen zu lange ignoriert?
Ich kann die obige Liste übrigens noch ein wenig fortsetzen. Ich habe ja auch beim Kochen und Nähen gemerkt, daß es mir an der exekutiven Umsetzbarkeit mangelt. Beim Klöppeln bin ich möglicherweise mutloser als nötig. Beim Steptanz ging irgendwann die Panik mit mir durch. Beim Volkstanz irgendwie auch. (Warum gehe ich da auch ohne Partner hin, ich Doofie ...? Niemand geht ohne Partner da hin!) Am Versuch, Charleston zu erlernen, bin ich wohl tatsächlich aus motorischen Gründen gescheitert (und nein: ich kriege das nicht in meinen Kopf, so weit weg vom Steptanz ist es ja eigentlich nicht).
Und so bleibt es eine Nachwirkung des oder der letzten Jahre, aber auch der Zeit in der Klinik, in der wir uns irgendwie alle gegenseitig unbeabsichtigt den Spiegel vorgehalten haben, daß ich mich frage: - warum habe ich diese Dinge angefangen?
- wie kam ich darauf, ich wäre damit etwas wert?
- wie kam ich darauf, ich könnte meine sozialen Schwierigkeiten umgehen oder abtrainieren?
- habe ich mich genug damit befaßt, was aus der bestandenen Eignungsprüfung an (möglicher) Verantwortung resultiert?
- warum mußte es dieser Weg sein?
- warum waren mir nicht andere Dinge wichtiger?
Auch, wenn es so scheinen mag: das ist kein Hilferuf. Ich kann durchaus noch das eine oder andere tagsüber machen. Ob es die richtige Reihenfolge ist, steht auf einem anderen Blatt, aber ich bin sowohl auf der Warteliste für einen Klinikplatz wie auch für der für einen Ersttermin bei der Sozialberatung.
Aber mußte es so weit kommen?
Was können und sollten andere - jüngere - daraus lernen? Was ihre Eltern?
Welche Träume und welche Verträumtheit darf man sich leisten?
Wie eng sind die Grenzen wirklich gesteckt?
Muß man sich auf die Grenzen einlassen, um ein wertvoll(er)es Mitglied der Gesellschaft zu sein?
Oder sollte man viel offensiver an den Grenzen arbeiten, sie hinausschieben?
Und zu guter Letzt: wie kann es sein, daß man diese Dinge überhaupt überdenken muß, weil andere Menschen eine andere Außensicht auf einen haben als man sich selbst in der Innensicht wahrnimmt?
Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 29. September 2017
Sonntag, 30. Oktober 2016
Der GAU, Teil 3
Das wird hier noch zur Serie, fürchte ich.
Der aktuelle Stand: Auticon hat sich bis zuletzt Zeit mit einem Feedback gelassen. Das Gespräch dazu sollte am vergangenen Donnerstag sein. Was mir nicht so recht war, da man mir wegen "Du bist doch gerade im Projekt" versuchte, einen Termin bei der Schuldnerberatung zu untersagen. Am Mittwoch oder Donnerstagvormittag dann eine SMS: "Können wir es doch verschieben? Der Chef mußte kurzfristig weg ..."
Ich habe dann, bevor ich von der Verschiebung erfuhr, trotzdem Druck gemacht, denn ich hätte ja auch längst mal zum Jobcenter gehen müssen! Nun gehe ich am Mittwochmorgen gleich um acht Uhr hin und kann daher vorher nicht absagen, sollte sich Auticon doch noch an den gesunden Menschenverstand erinnern und die Kündigung zurücknehmen ...
Nein, ich erwarte das nicht wirklich.
Aber ich bin so sauer, daß ich denke, wenn sie es nicht tun, dann gnade ihnen Gott! Denn dann schweige ich nicht!
Es hätte ja auch anders laufen können. Daß ich mich, sofort nach dem ersten Auftreten dieser Absencen in der Ausbildung, hätte durchchecken lassen. Ein Medikament bekommen hätte, das mich vielleicht müder gemacht hätte oder an meiner Stimmung geschraubt. Den Ausbildungsplatz u.U. eingebüßt hätte. Nie gescheit hätte arbeiten können. Mit 30 ein Wrack gewesen wäre, so wie Sören Schindler.
Na schön, ich bin jetzt 38 und quasi ein Wrack. Fehlt eigentlich nur noch die Obdachlosigkeit.
Ich hab es den Monat über geschafft, die Arbeit zu machen. Nicht ohne Aussetzer, aber so, daß ich glaube, ich kann zufrieden sein. Liege gut in der Zeit, lasse nicht zuviel offen.
Und das ist eigentlich die Ungerechtigkeit. Für die Arbeit im aktuellen Testzyklus war ich offenbar doch noch gut genug. Ich hab nicht die Notbremse gezogen und gesagt, es geht nicht, weil ich am ersten Tag und auch allen folgenden eingenickt bin. Die Kollegin hat wieder was von Depression und "ich kenn sowas ähnliches" gefaselt.
Muß ich mich wirklich dafür bestrafen lassen, daß ich auf "durchhalten" gepolt war und bin? Daß ich nicht bei der Überforderung, die die Ausbildung nun zugegeben irgendwo schon war, gesagt hab, tschüß, es reicht, weil mir die in diese Richtung weisenden Kommentare meiner Eltern einfach nur auf den Sack gegangen sind?
Ich habe heute noch einmal gegoogelt. Die Aufdosierung von Lamotrigin, das ich im Herbst 2012 schon mal nahm, dauert 8-10 Wochen. Dieses Medikament würden die zwei Neurologen nicht noch einmal nehmen, ihre Wahl fiele auf Keppra (Levetiracetam). Google ich danach, finde ich fast sofort wieder Hinweise auf erhöhte Müdigkeit und Stimmungsschwankungen als Nebenwirkung. Dinge, über die die Neurologen übrigens nicht redeten.
Ich bekam im Oktober zwei Anfragen, hatte im September ein Vorstellungsgespräch. Bin zunehmend offen mit der Einschlafgeschichte umgegangen (was hätte ich auch sonst machen sollen?). Bekomme in allen drei Fällen die Rückmeldung, daß man sich anders entschieden hat.
Verdammt, ich möchte gerade allen erwachsenen Autisten zuschreien: Rückzug aus dem sozialen Leben ist keine Lösung!
Andere Angestellte bei Auticon melden sich von heute auf morgen krank. Ich bin faktisch krank, fühle mich aber nicht so und bleibe deshalb nicht zu Hause. Und werde dafür wie eine Aussätzige behandelt.
Ich habe, nachdem der Psychiater-Neurologe aus dem Urlaub zurück war, dort wieder angerufen. Neuer Termin? Erst im Februar 2017. Da war das Geschrei von verschiedenen Seiten (Auticon, THW-Kollege) groß: waaassss, die müssen Dir doch schneller einen Termin geben, ruf da noch mal an! Ich rufe noch mal an, frage vorsichtig. Nee, geht wirklich nicht eher.
Eigentlich eine normale Frist und wer mal mit der Materie befaßt war, weiß doch eigentlich auch Bescheid!
Am vergangenen Freitag taucht unser "Projektmanager" in Zivil (schwarzes T-Shirt!) und unrasiert (kein Scherz!) beim Kunden auf. (Also, selbst die beiden Kollegen waren besser angezogen! Wer ist hier eigentlich der Hilfsbedürftige?)
Eine halbe Stunde etwa, nachdem er weg ist, schreibt er allen Projektbeteiligten von Auticon eine Mail, wir sollten doch an unsere Stundenzettel denken. Da er die beiden abwesenden Kolleginnen nur über die Kundenadresse angeschrieben hat, leite ich die Mail an deren Auticon-Adressen weiter. Die Kollegin bedankt sich. Da der Projektmanager erwähnt hatte, sie käme am Montag zur Übergabe, schreibe ich eine weitere kurze Mail, zur Info, in dem Stil einer Erinnerung. Woraufhin sie schreibt, davon hätte Auticon ihr gar nichts gesagt.
Bis etwas nach vier höre ich nichts mehr, dann verlasse ich das Büro. Ich weiß also nicht, ob sie jetzt am Montag kommt. Aber es ist ja eigentlich auch egal. Das Büro, in das wir umgesiedelt worden, ist nicht das, in das wir eigentlich sollten. Kleiner, nur vier Arbeitsplätze. Zentraler und damit nicht ganz so ruhig. Okay, die Baustelle ist nicht mehr zu hören. Aber vom Gefühl her: suboptimaler. Ich glaube also nicht, daß die Kollegin sich da wohlfühlen wird.
Einen befreundeten Rechtsanwalt hatte ich angeschrieben, in der Hoffnung, er würde mir Händchen halten. Vor allem gegenüber dem Jobcenter.
Mehr als eine - bei meinen Verhältnissen unbezahlbare - Klage hat er aber nicht zu bieten.
Bleibt alles kacke.
Der aktuelle Stand: Auticon hat sich bis zuletzt Zeit mit einem Feedback gelassen. Das Gespräch dazu sollte am vergangenen Donnerstag sein. Was mir nicht so recht war, da man mir wegen "Du bist doch gerade im Projekt" versuchte, einen Termin bei der Schuldnerberatung zu untersagen. Am Mittwoch oder Donnerstagvormittag dann eine SMS: "Können wir es doch verschieben? Der Chef mußte kurzfristig weg ..."
Ich habe dann, bevor ich von der Verschiebung erfuhr, trotzdem Druck gemacht, denn ich hätte ja auch längst mal zum Jobcenter gehen müssen! Nun gehe ich am Mittwochmorgen gleich um acht Uhr hin und kann daher vorher nicht absagen, sollte sich Auticon doch noch an den gesunden Menschenverstand erinnern und die Kündigung zurücknehmen ...
Nein, ich erwarte das nicht wirklich.
Aber ich bin so sauer, daß ich denke, wenn sie es nicht tun, dann gnade ihnen Gott! Denn dann schweige ich nicht!
Es hätte ja auch anders laufen können. Daß ich mich, sofort nach dem ersten Auftreten dieser Absencen in der Ausbildung, hätte durchchecken lassen. Ein Medikament bekommen hätte, das mich vielleicht müder gemacht hätte oder an meiner Stimmung geschraubt. Den Ausbildungsplatz u.U. eingebüßt hätte. Nie gescheit hätte arbeiten können. Mit 30 ein Wrack gewesen wäre, so wie Sören Schindler.
Na schön, ich bin jetzt 38 und quasi ein Wrack. Fehlt eigentlich nur noch die Obdachlosigkeit.
Ich hab es den Monat über geschafft, die Arbeit zu machen. Nicht ohne Aussetzer, aber so, daß ich glaube, ich kann zufrieden sein. Liege gut in der Zeit, lasse nicht zuviel offen.
Und das ist eigentlich die Ungerechtigkeit. Für die Arbeit im aktuellen Testzyklus war ich offenbar doch noch gut genug. Ich hab nicht die Notbremse gezogen und gesagt, es geht nicht, weil ich am ersten Tag und auch allen folgenden eingenickt bin. Die Kollegin hat wieder was von Depression und "ich kenn sowas ähnliches" gefaselt.
Muß ich mich wirklich dafür bestrafen lassen, daß ich auf "durchhalten" gepolt war und bin? Daß ich nicht bei der Überforderung, die die Ausbildung nun zugegeben irgendwo schon war, gesagt hab, tschüß, es reicht, weil mir die in diese Richtung weisenden Kommentare meiner Eltern einfach nur auf den Sack gegangen sind?
Ich habe heute noch einmal gegoogelt. Die Aufdosierung von Lamotrigin, das ich im Herbst 2012 schon mal nahm, dauert 8-10 Wochen. Dieses Medikament würden die zwei Neurologen nicht noch einmal nehmen, ihre Wahl fiele auf Keppra (Levetiracetam). Google ich danach, finde ich fast sofort wieder Hinweise auf erhöhte Müdigkeit und Stimmungsschwankungen als Nebenwirkung. Dinge, über die die Neurologen übrigens nicht redeten.
Ich bekam im Oktober zwei Anfragen, hatte im September ein Vorstellungsgespräch. Bin zunehmend offen mit der Einschlafgeschichte umgegangen (was hätte ich auch sonst machen sollen?). Bekomme in allen drei Fällen die Rückmeldung, daß man sich anders entschieden hat.
Verdammt, ich möchte gerade allen erwachsenen Autisten zuschreien: Rückzug aus dem sozialen Leben ist keine Lösung!
Andere Angestellte bei Auticon melden sich von heute auf morgen krank. Ich bin faktisch krank, fühle mich aber nicht so und bleibe deshalb nicht zu Hause. Und werde dafür wie eine Aussätzige behandelt.
Ich habe, nachdem der Psychiater-Neurologe aus dem Urlaub zurück war, dort wieder angerufen. Neuer Termin? Erst im Februar 2017. Da war das Geschrei von verschiedenen Seiten (Auticon, THW-Kollege) groß: waaassss, die müssen Dir doch schneller einen Termin geben, ruf da noch mal an! Ich rufe noch mal an, frage vorsichtig. Nee, geht wirklich nicht eher.
Eigentlich eine normale Frist und wer mal mit der Materie befaßt war, weiß doch eigentlich auch Bescheid!
Am vergangenen Freitag taucht unser "Projektmanager" in Zivil (schwarzes T-Shirt!) und unrasiert (kein Scherz!) beim Kunden auf. (Also, selbst die beiden Kollegen waren besser angezogen! Wer ist hier eigentlich der Hilfsbedürftige?)
Eine halbe Stunde etwa, nachdem er weg ist, schreibt er allen Projektbeteiligten von Auticon eine Mail, wir sollten doch an unsere Stundenzettel denken. Da er die beiden abwesenden Kolleginnen nur über die Kundenadresse angeschrieben hat, leite ich die Mail an deren Auticon-Adressen weiter. Die Kollegin bedankt sich. Da der Projektmanager erwähnt hatte, sie käme am Montag zur Übergabe, schreibe ich eine weitere kurze Mail, zur Info, in dem Stil einer Erinnerung. Woraufhin sie schreibt, davon hätte Auticon ihr gar nichts gesagt.
Bis etwas nach vier höre ich nichts mehr, dann verlasse ich das Büro. Ich weiß also nicht, ob sie jetzt am Montag kommt. Aber es ist ja eigentlich auch egal. Das Büro, in das wir umgesiedelt worden, ist nicht das, in das wir eigentlich sollten. Kleiner, nur vier Arbeitsplätze. Zentraler und damit nicht ganz so ruhig. Okay, die Baustelle ist nicht mehr zu hören. Aber vom Gefühl her: suboptimaler. Ich glaube also nicht, daß die Kollegin sich da wohlfühlen wird.
Einen befreundeten Rechtsanwalt hatte ich angeschrieben, in der Hoffnung, er würde mir Händchen halten. Vor allem gegenüber dem Jobcenter.
Mehr als eine - bei meinen Verhältnissen unbezahlbare - Klage hat er aber nicht zu bieten.
Bleibt alles kacke.
Mittwoch, 5. Oktober 2016
Das Oktoberfest XXL-Gefühl
Mehr als den einen Tag Dienst, den meine Bereitschaft sowieso macht, wollte ich mitmachen.
Und da ich eh eine "gebt mir mehr Dienste"-Phase hatte, hab ich mich sogar vor der Wiesn schon ins Abenteuer gestürzt.
Denn natürlich wollten die Behandlungsplätze und 4 Sanitätscontainer auch bestückt werden.
Und obwohl ich nicht mehr damit gerechnet hatte, gab es doch noch Möglichkeiten, an anderen Tagen als dem letzten Sonntag mit dabei zu sein.
Es kamen zusammen:
- 2x 5 Stunden Aufbauhilfe in der vorletzten Woche vor dem Oktoberfest.
- etwa 4 Stunden Dienst beim Trachten- und Schützenzug (noch so ein Standarddienst meiner Bereitschaft)
- einmal Einspringen am ersten Freitag
- einmal Einspringen am zweiten Dienstag
- der Standarddienst am 2. Sonntag
Dazwischen noch drei Einsätze bei Fußballspielen. Und ein kurzer privater Wiesn-Besuch meinerseits am sehr sonnigen zweiten Freitag.
Mehr hätte es auch nicht sein dürfen, ich bin jetzt noch platt. Ok, ein paar negative Momente sind daran auch schuld.
Die befürchtete Katastrophe ist ja zum Glück ausgeblieben.
Aber der Kurzbesuch auf der Wiesn am Freitag, bei dem ich dann eben auch mal wie ein normaler Besucher kontrolliert und umgeleitet wurde, und die Ankündigung, daß es bei diesen Sicherheitsmaßnahmen bleiben wird, vermiesen mir die Lust auf die nächste Wiesn schon ein bißchen.
Und da ich eh eine "gebt mir mehr Dienste"-Phase hatte, hab ich mich sogar vor der Wiesn schon ins Abenteuer gestürzt.
Denn natürlich wollten die Behandlungsplätze und 4 Sanitätscontainer auch bestückt werden.
Und obwohl ich nicht mehr damit gerechnet hatte, gab es doch noch Möglichkeiten, an anderen Tagen als dem letzten Sonntag mit dabei zu sein.
Es kamen zusammen:
- 2x 5 Stunden Aufbauhilfe in der vorletzten Woche vor dem Oktoberfest.
- etwa 4 Stunden Dienst beim Trachten- und Schützenzug (noch so ein Standarddienst meiner Bereitschaft)
- einmal Einspringen am ersten Freitag
- einmal Einspringen am zweiten Dienstag
- der Standarddienst am 2. Sonntag
Dazwischen noch drei Einsätze bei Fußballspielen. Und ein kurzer privater Wiesn-Besuch meinerseits am sehr sonnigen zweiten Freitag.
Mehr hätte es auch nicht sein dürfen, ich bin jetzt noch platt. Ok, ein paar negative Momente sind daran auch schuld.
Die befürchtete Katastrophe ist ja zum Glück ausgeblieben.
Aber der Kurzbesuch auf der Wiesn am Freitag, bei dem ich dann eben auch mal wie ein normaler Besucher kontrolliert und umgeleitet wurde, und die Ankündigung, daß es bei diesen Sicherheitsmaßnahmen bleiben wird, vermiesen mir die Lust auf die nächste Wiesn schon ein bißchen.
Sonntag, 25. September 2016
Lebenszeichen
Eigentlich habe ich jetzt gerade gar keine Zeit zum Schreiben, aber keine Muße für Hausarbeit.
Der GAU passiert immer noch.
Ab nächste Woche wieder ein Projekt für Auticon, das bekannte Webseitentesten auf Desktop und Mobilgeräten. Das einzige Projekt, das ich dort jemals hatte.
Ich will eigentlich gar keine Vertragsverlängerung mehr.
Die Arzttermine haben nicht so stattgefunden, wie die Personalerin sich das gedacht hat, einfach wegen der Sommerferien. Evtl. gehe ich in den nächsten Monaten mal 7 Tage am Stück zur Epilepsie-Intensivüberwachung, auf der Warteliste bin ich jedenfalls. Aber da ist man dann an die Klinik bzw. das Zimmer gebunden. Wie ich mir die sonst vorhandenen Trigger dort hinholen soll, ist mir schleierhaft. Idealerweise wären sie dann doch gar nicht mehr da ...
Von psychiatrischer Seite hat sich nichts getan. Außer, daß ich bei einem Facharzt war, der Psychiater und Neurologe ist (und mir auch zuhört, großes Plus). Der war jetzt aber auch zweieinhalb Wochen im Urlaub.
Der Mitbewohner ist noch da, es hat mal Scherben gegeben, nachdem er eine Tür schmiß, als ich ihm versuchte, klarzumachen, daß wir nicht an schnelleres Internet kommen. Eine Woche später hat er scheinbar eingesehen, daß es keinen Sinn macht, mich jedesmal zu beschimpfen, wenn ich ihm etwas sage, was ihm nicht paßt. In seiner Wahrnehmung bin aber trotzdem ich an dem zerbrochenen Spiegel schuld, ich hätte die Tür so doll geschmissen ... klar, ich wieg ja auch an die 200kg und hab genauso viel Energie ...
Im November geht er zu einer Schulter-OP und dann 4-6 Wochen daheim bleiben. Da er dann ein einarmiger Bandit ist, soll seine Frau kommen und ihn pflegen. Ich hab ja Angst davor, zwei Exemplare seiner Gattung in der Wohnung zu haben und hinter ihnen herputzen zu müssen. Oder über Dinge diskutieren.
Aber so schnell bekomme ich die WG nicht aufgelöst. Und da ich mich nicht gekümmert habe, ist auch kein neuer Mitbewohner (m/w) in Sicht. Ich habe etwas Bammel, den Mitbewohner mit Nachmieterbesuchen zu belästigen, so, wie er auf seiner Privatsphäre besteht. Oder einem Nichtraucher-Untermieter das möglicherweise nach Nikotin riechende Zimmer zuzumuten.
Das THW bleibt schmerzhaft. Ich vermisse die strukturierte Ausbildung, die wir vor der Prüfung bekamen. Ein Kollege nervt mit dem Spruch "Wissen nur, wenn nötig". Demnach habe ich dann also die Basis2-Ausbildung nicht nötig, wenn die, die vor mir anfingen, Ausbildung an den Montagabenden bekamen und ich nicht? Es gibt eine Probezeit von 6 Monaten (meines Wissens nach Abschluß der Grundausbildung, ich finde aber gerade nur Angaben, die Probezeit starte mit der Aufnahme in den Ortsverband) und ich habe aufgrund meiner mangelnden Integration in die Gruppe (oder meiner mangelnden Akzeptanz) nicht das Gefühl, diese bestanden zu haben. Auch weil ich ja fachlich nicht vorankomme. Das hatte ich auch gegenüber dem Ortsbeauftragten und meinem Gruppenleiter kommuniziert, per Mail. Der OB ging darauf ein, bot mir ein Gespräch an, der Gruppenleiter überging das Thema einfach. Letzterer ist übrigens der Meinung, es könnte meiner Akzeptanz in der Gruppe helfen, wenn ich einen Vortrag über Autismus halte. Ich halte mich nicht für einen schlechten Menschenkenner und habe deshalb ein ganz blödes Gefühl bei der Sache. Als ich aufgrund eines gewissen Ereignisses, das einen eigenen Blogeintrag verdient, ein paar Tage vor dem letzten Dienst anbot, diesen Vortrag zu halten, ging der Chef am Dienst-Tag selbst nicht darauf ein, es war wohl zu kurzfristig. Ich habe aber keinen Schimmer, was er genau erwartet und auf diese Frage auch keine Antwort bekommen.
Noch nie bisher hat sich der Mentalitätsunterschied zwischen den Bayern und mir so manifestiert. Und es tut echt weh.
Irgendwie ist aber zwischen all den Ereignissen der letzten Wochen und der teilweise massiven Kraftlosigkeit der Kopf doch so weit heilgeblieben (oder vielleicht eher: jetzt wieder geworden), daß ich gerade einen gewissen Optimismus verspüre. Obwohl wie gesagt gar nichts geklärt ist, weder, wie es bei mir ab November beruflich weitergeht, noch, wie ich aus den Schulden beim Finanzamt herauskomme.
Der GAU passiert immer noch.
Ab nächste Woche wieder ein Projekt für Auticon, das bekannte Webseitentesten auf Desktop und Mobilgeräten. Das einzige Projekt, das ich dort jemals hatte.
Ich will eigentlich gar keine Vertragsverlängerung mehr.
Die Arzttermine haben nicht so stattgefunden, wie die Personalerin sich das gedacht hat, einfach wegen der Sommerferien. Evtl. gehe ich in den nächsten Monaten mal 7 Tage am Stück zur Epilepsie-Intensivüberwachung, auf der Warteliste bin ich jedenfalls. Aber da ist man dann an die Klinik bzw. das Zimmer gebunden. Wie ich mir die sonst vorhandenen Trigger dort hinholen soll, ist mir schleierhaft. Idealerweise wären sie dann doch gar nicht mehr da ...
Von psychiatrischer Seite hat sich nichts getan. Außer, daß ich bei einem Facharzt war, der Psychiater und Neurologe ist (und mir auch zuhört, großes Plus). Der war jetzt aber auch zweieinhalb Wochen im Urlaub.
Der Mitbewohner ist noch da, es hat mal Scherben gegeben, nachdem er eine Tür schmiß, als ich ihm versuchte, klarzumachen, daß wir nicht an schnelleres Internet kommen. Eine Woche später hat er scheinbar eingesehen, daß es keinen Sinn macht, mich jedesmal zu beschimpfen, wenn ich ihm etwas sage, was ihm nicht paßt. In seiner Wahrnehmung bin aber trotzdem ich an dem zerbrochenen Spiegel schuld, ich hätte die Tür so doll geschmissen ... klar, ich wieg ja auch an die 200kg und hab genauso viel Energie ...
Im November geht er zu einer Schulter-OP und dann 4-6 Wochen daheim bleiben. Da er dann ein einarmiger Bandit ist, soll seine Frau kommen und ihn pflegen. Ich hab ja Angst davor, zwei Exemplare seiner Gattung in der Wohnung zu haben und hinter ihnen herputzen zu müssen. Oder über Dinge diskutieren.
Aber so schnell bekomme ich die WG nicht aufgelöst. Und da ich mich nicht gekümmert habe, ist auch kein neuer Mitbewohner (m/w) in Sicht. Ich habe etwas Bammel, den Mitbewohner mit Nachmieterbesuchen zu belästigen, so, wie er auf seiner Privatsphäre besteht. Oder einem Nichtraucher-Untermieter das möglicherweise nach Nikotin riechende Zimmer zuzumuten.
Das THW bleibt schmerzhaft. Ich vermisse die strukturierte Ausbildung, die wir vor der Prüfung bekamen. Ein Kollege nervt mit dem Spruch "Wissen nur, wenn nötig". Demnach habe ich dann also die Basis2-Ausbildung nicht nötig, wenn die, die vor mir anfingen, Ausbildung an den Montagabenden bekamen und ich nicht? Es gibt eine Probezeit von 6 Monaten (meines Wissens nach Abschluß der Grundausbildung, ich finde aber gerade nur Angaben, die Probezeit starte mit der Aufnahme in den Ortsverband) und ich habe aufgrund meiner mangelnden Integration in die Gruppe (oder meiner mangelnden Akzeptanz) nicht das Gefühl, diese bestanden zu haben. Auch weil ich ja fachlich nicht vorankomme. Das hatte ich auch gegenüber dem Ortsbeauftragten und meinem Gruppenleiter kommuniziert, per Mail. Der OB ging darauf ein, bot mir ein Gespräch an, der Gruppenleiter überging das Thema einfach. Letzterer ist übrigens der Meinung, es könnte meiner Akzeptanz in der Gruppe helfen, wenn ich einen Vortrag über Autismus halte. Ich halte mich nicht für einen schlechten Menschenkenner und habe deshalb ein ganz blödes Gefühl bei der Sache. Als ich aufgrund eines gewissen Ereignisses, das einen eigenen Blogeintrag verdient, ein paar Tage vor dem letzten Dienst anbot, diesen Vortrag zu halten, ging der Chef am Dienst-Tag selbst nicht darauf ein, es war wohl zu kurzfristig. Ich habe aber keinen Schimmer, was er genau erwartet und auf diese Frage auch keine Antwort bekommen.
Noch nie bisher hat sich der Mentalitätsunterschied zwischen den Bayern und mir so manifestiert. Und es tut echt weh.
Irgendwie ist aber zwischen all den Ereignissen der letzten Wochen und der teilweise massiven Kraftlosigkeit der Kopf doch so weit heilgeblieben (oder vielleicht eher: jetzt wieder geworden), daß ich gerade einen gewissen Optimismus verspüre. Obwohl wie gesagt gar nichts geklärt ist, weder, wie es bei mir ab November beruflich weitergeht, noch, wie ich aus den Schulden beim Finanzamt herauskomme.
Donnerstag, 26. Mai 2016
Auf und ab und auf und ab ...
Alles scheint im Fluß und das auf eine Weise, die zu kommentieren mir echt schwer erscheint.
Letzte Woche bin ich (vor lauter negativer Aufregung?) mal spontan Magen-Darm-krank geworden (so richtig!), diese Woche ist eher eine "alles super"-Stimmung vorherrschend: ich habe Energie für anstehende Dinge usw.
Dabei ist nichts wirklich "super", "klasse", "perfekt".
Vielmehr hat mit dem Bestehen der Grundausbildungsprüfung des THW eine komplett neue Reise begonnen.
Dinge, von denen ich dachte, daß sie nach der Prüfung noch genauso selbstverständlich sein würden (daß ich mich um eine Mitnahme zur Autobahn-Notfallbereitschaft bemühen würde oder daß ich in der Küche helfen würde), sind gar nicht selbstverständlich, sondern finden nicht statt bzw. komme ich nicht dazu, sie anzusprechen.
Das Verhältnis zum "Chef" des Ortsverbandes (im THW-Jargon: der Ortsbeauftragte) ist auch nicht mehr dasselbe, sondern merklich abgekühlt. Und ich scheue mich etwa, das mit der Küche anzusprechen, weil ich Angst habe, daß es sich zeitlich nicht ausgehen könnte mit den normalen Diensten, mit dem Roten Kreuz, mit Verpflichtungen, die sich aus der fixen Idee, doch noch den Rettungssanitäter zu machen, ergeben könnten ...
Dazu kommt dann noch: meine Rolle in der neuen Fachgruppe findet sich erst so langsam. Zunächst ging es jedenfalls mit einer kompletten Funkstille los. Auf die Veranstaltung auf der Theresienwiese durfte ich am 24.4., dem Tag nach der Prüfung, schon mit, aber in den Wochen danach hat bis auf eine einzige Mail wegen eines Vortragstermins keine einzige Kommunikation zwischen mir und dem neuen Chef stattgefunden.
Man fängt dann also an, selbst die Unterlagen zur Basis2-Ausbildung zu lesen und diskutiert darüber auch mit einem Kollegen, der ein halbes Jahr vor mir die Grundausbildung abgeschlossen hat. Oder will sie mit ihm diskutieren, aber er entzieht sich. Sagt, das habe noch Zeit. Oder: ach das da ... - dann geht es um irgendwas, was ihm mit seinen 20 Jahren Rotkreuz-/Feuerwehr-Erfahrung geläufig ist, aber mir nicht.
Lange Rede, kurzer Sinn, es gibt, außer den in den Unterlagen vermerkten Angaben, was vorzutragen sei (kein Scherz!) und wieviele Minuten für welchen Abschnitt einzuplanen sind, keine Infos, was ich wann lerne/können muß und wer mir dabei hilft. Und nicht alle Fachbegriffe werden bei der Lektüre klar.
Ich habe es jetzt einfach aufgegeben, irgendwelche Infos zu wollen, die nicht von selbst herausgerückt werden.
Mehr oder weniger unglücklicherweise fällt dieser ganze Prozeß damit zusammen, daß ich mich auch in anderen Bereichen des Lebens aus dem einen oder anderen Kokon schäle, teilweise ausgerechnet induziert durch meine Chefin bei Auticon, die mich in ihrer nebenberuflichen Rolle als psychologische Therapeutin coacht.
Das gesteckte Ziel: Klarheit und Selbstbewußtsein entwickeln.
Dinge, die ich eigentlich nicht mag.
Aber ich werde tatsächlich ruhiger ... auch ohne, daß sich an den Baustellen wirklich etwas ändert.
Letzte Woche bin ich (vor lauter negativer Aufregung?) mal spontan Magen-Darm-krank geworden (so richtig!), diese Woche ist eher eine "alles super"-Stimmung vorherrschend: ich habe Energie für anstehende Dinge usw.
Dabei ist nichts wirklich "super", "klasse", "perfekt".
Vielmehr hat mit dem Bestehen der Grundausbildungsprüfung des THW eine komplett neue Reise begonnen.
Dinge, von denen ich dachte, daß sie nach der Prüfung noch genauso selbstverständlich sein würden (daß ich mich um eine Mitnahme zur Autobahn-Notfallbereitschaft bemühen würde oder daß ich in der Küche helfen würde), sind gar nicht selbstverständlich, sondern finden nicht statt bzw. komme ich nicht dazu, sie anzusprechen.
Das Verhältnis zum "Chef" des Ortsverbandes (im THW-Jargon: der Ortsbeauftragte) ist auch nicht mehr dasselbe, sondern merklich abgekühlt. Und ich scheue mich etwa, das mit der Küche anzusprechen, weil ich Angst habe, daß es sich zeitlich nicht ausgehen könnte mit den normalen Diensten, mit dem Roten Kreuz, mit Verpflichtungen, die sich aus der fixen Idee, doch noch den Rettungssanitäter zu machen, ergeben könnten ...
Dazu kommt dann noch: meine Rolle in der neuen Fachgruppe findet sich erst so langsam. Zunächst ging es jedenfalls mit einer kompletten Funkstille los. Auf die Veranstaltung auf der Theresienwiese durfte ich am 24.4., dem Tag nach der Prüfung, schon mit, aber in den Wochen danach hat bis auf eine einzige Mail wegen eines Vortragstermins keine einzige Kommunikation zwischen mir und dem neuen Chef stattgefunden.
Man fängt dann also an, selbst die Unterlagen zur Basis2-Ausbildung zu lesen und diskutiert darüber auch mit einem Kollegen, der ein halbes Jahr vor mir die Grundausbildung abgeschlossen hat. Oder will sie mit ihm diskutieren, aber er entzieht sich. Sagt, das habe noch Zeit. Oder: ach das da ... - dann geht es um irgendwas, was ihm mit seinen 20 Jahren Rotkreuz-/Feuerwehr-Erfahrung geläufig ist, aber mir nicht.
Lange Rede, kurzer Sinn, es gibt, außer den in den Unterlagen vermerkten Angaben, was vorzutragen sei (kein Scherz!) und wieviele Minuten für welchen Abschnitt einzuplanen sind, keine Infos, was ich wann lerne/können muß und wer mir dabei hilft. Und nicht alle Fachbegriffe werden bei der Lektüre klar.
Ich habe es jetzt einfach aufgegeben, irgendwelche Infos zu wollen, die nicht von selbst herausgerückt werden.
Mehr oder weniger unglücklicherweise fällt dieser ganze Prozeß damit zusammen, daß ich mich auch in anderen Bereichen des Lebens aus dem einen oder anderen Kokon schäle, teilweise ausgerechnet induziert durch meine Chefin bei Auticon, die mich in ihrer nebenberuflichen Rolle als psychologische Therapeutin coacht.
Das gesteckte Ziel: Klarheit und Selbstbewußtsein entwickeln.
Dinge, die ich eigentlich nicht mag.
Aber ich werde tatsächlich ruhiger ... auch ohne, daß sich an den Baustellen wirklich etwas ändert.
Dienstag, 15. Dezember 2015
Zurückgeworfen
Sonntagabend, der 13. Dezember. Christbaumversteigerung der Goldacher Feuerwehr. Am zweiten Sonntag im Dezember, wie jedes Jahr.
Es ist teilweise lustig, ich kann weiter ein bißchen netzwerken.
Ich ersteigere wieder zwei Schweinshaxen und ernte bei der ersten schon belustigt-begierige Blicke des Tisches hinter mir - wie sich herausstellt sitzt dort mein Grundstücksnachbar. Zwei Minuten später sitze ich nicht mehr allein, sondern an der Stirnseite des vollbesetzten Tisches und wir schneiden die Haxe gemeinsam an, er ißt die Kruste, ich ein bißchen Fleisch.
Weiterhin finden wieder zwei Alkoholika und eine Packung Kekse zu mir. Der Sechszehnjährige, der mir die Sachen bringt, hat selbst schon einiges an Alkoholerfahrung gesammelt und meint zu dem ersteigerten Bourbon "aha, den magst Du also" (nein, eigentlich nicht, aber ich will ja wissen, ob und was man damit in der Küche machen kann). Zwei Taschen sind auch noch dabei, die ich demnächst zur Flüchtlingshilfe bringen werde.
Der Nachbar wird dann auch redselig und bietet mir seine Hilfe bei Alltagsdingen an und Fahrdienst in Notsituationen.
Später, nach dem offiziellen Teil, lasse ich mich dann mal wieder breitschlagen, Bier zu trinken. "Komm, Du nimmst eine Halbe", sagt einer der Feuerwehrmänner, der auch Landwirt im Ort ist. "Ich hätte gern einen Russen (Bier und Zitronenlimo 1:1 gemischt)", sage ich. "Nein, gib ihr eine Halbe", sagt der Bekannte zum irritierten Barmann.
Die nächsten 20 (?) Minuten laufe ich dann also mit dem riesigen Bierglas im Raum herum, sitze mal hier, mal da, kläre meine Teilnahme an der geplanten Einweihung des neuen Fahrzeuges ab (zur Überraschung des 2. Vorsitzenden hatte ich keine Einladung bekommen), helfe ein bißchen beim Aufräumen.
Eigentlich alles easy.
Und dann kommen nachts die Schmerzen. Beim Atmen brennt es und ich habe das Gefühl, gegen einen Widerstand zu atmen. Gegen ein Uhr liege ich wach und denke "was soll das jetzt, es ist doch eigentlich alles ok". Mir fällt wieder ein vergangener Abend bei derselben Feuerwehr ein, ich war im Dunkeln durch die Fahrzeughalle spaziert und prompt über einen Stopper gefallen, diese Hindernisse, die man in der Parkposition vor bzw. hinter die Fahrzeugreifen legt.
Am Morgen sind die Schmerzen noch da und ich gehe zum Arzt, schildere das Problem - und kassiere eine Einweisung in die Klinik. "Ich mach jetzt mal was", sagt der Arzt, "ich erschrecke mal die Kollegen ein wenig und schreibe 'Lungenembolie' auf die Überweisung, damit Ihre Lunge geröntgt wird. Aber Sie müssen jemanden finden, der Sie umgehend fahren kann. Und Sachen für 1-2 Tage mitnehmen."
Zum Glück sagt die Ersatzmama: "Wir nehmen uns die Zeit, um Dich zu fahren." Und so packe ich dann eine Tasche mit 3x Unterwäsche, Schlafanzug, Waschzeug, Hauskleidung, Handtüchern, Hausschuhen, Kuschelkissen, eine Tüte mit Clementinen und Zeitungen, die ich lesen will und verstaue in der Handtasche weitere Lektüre. Wie ein Packesel komme ich in der Klinik an.
Der Ersatzpapa begleitet mich zur Aufnahme und auf die Station, wo ich relativ schnell aufgerufen werde. Ich trage mein Hab und Gut in einen Behandlungsraum und dann geht es Schlag auf Schlag: Blutdruck messen, Blut abnehmen, EKG, noch etwas mehr Blut abnehmen am Ohrläppchen (zur Bestimmung der Blutgase, wird mir erklärt), Untersuchung durch die Assistenzärztin, deren Sprache sie als Russin oder Polin verrät. Schneller als gedacht ist es Mittag und ein weiterer Patient kommt in denselben Behandlungsraum, ein Paravent als Sichtschutz wird aufgestellt. Routiniert und sehr konzentriert arbeiten Pfleger und Ärztin uns ab. Schließlich werde ich tatsächlich noch zum Röntgen geschickt, dann wieder: Warten auf die Ergebnisse (und den letzten Laborwert). Final stellt die junge Ärztin beide Fälle ihrem Oberarzt vor, der mich als Person kaum beachtet - es gibt keine Fragen seinerseits an mich, anders als bei dem anderen Patienten.
Und dann bin ich auch schon wieder entlassen, kann mich wieder abholen lassen, und wieder läßt der Ersatzpapa fast alles stehen und liegen und fährt mich wieder heim.
Die Taschen hat er dann aber nicht mehr mit hochgetragen und so bleibt trotzdem ein schales Gefühl: ich hab Leute, die mir spontan unter die Arme greifen, aber zu mir in die Wohnung kommen wollen sie nicht, sie kennen die Misere ja auch schon.
Also ärgere ich mich schon über mich selbst und mein Unvermögen, mir eine präsentable Existenz aufzubauen und vorzuhalten.
Andererseits hatte ich gestern und heute Nacht (ja, ich war wieder wach, ein Alarm in der Wohnung unter mir war Schuld) eben auch Gelegenheit, nachzudenken. Ich glaube, seßhaft werden ist mir mit meiner Geschichte gar nicht so wichtig, ich habe lieber viel zu tun. Aber vielleicht war es in den letzten Wochen doch zuviel mit den Terminen ...
Nun habe ich heute morgen erstmal nichts gemacht, nur drei Sendungen aus der BR-Mediathek geschaut und Auticon über die Krankschreibung informiert. Ich muß also heute noch hin und die Krankmeldung abgeben. Oder sagen wir: ich will das machen. Bis jetzt habe ich es noch nicht unter die Dusche geschafft, geschweige denn aus dem Haus.
Aber die Schmerzen haben etwas nachgelassen.
Es ist teilweise lustig, ich kann weiter ein bißchen netzwerken.
Ich ersteigere wieder zwei Schweinshaxen und ernte bei der ersten schon belustigt-begierige Blicke des Tisches hinter mir - wie sich herausstellt sitzt dort mein Grundstücksnachbar. Zwei Minuten später sitze ich nicht mehr allein, sondern an der Stirnseite des vollbesetzten Tisches und wir schneiden die Haxe gemeinsam an, er ißt die Kruste, ich ein bißchen Fleisch.
Weiterhin finden wieder zwei Alkoholika und eine Packung Kekse zu mir. Der Sechszehnjährige, der mir die Sachen bringt, hat selbst schon einiges an Alkoholerfahrung gesammelt und meint zu dem ersteigerten Bourbon "aha, den magst Du also" (nein, eigentlich nicht, aber ich will ja wissen, ob und was man damit in der Küche machen kann). Zwei Taschen sind auch noch dabei, die ich demnächst zur Flüchtlingshilfe bringen werde.
Der Nachbar wird dann auch redselig und bietet mir seine Hilfe bei Alltagsdingen an und Fahrdienst in Notsituationen.
Später, nach dem offiziellen Teil, lasse ich mich dann mal wieder breitschlagen, Bier zu trinken. "Komm, Du nimmst eine Halbe", sagt einer der Feuerwehrmänner, der auch Landwirt im Ort ist. "Ich hätte gern einen Russen (Bier und Zitronenlimo 1:1 gemischt)", sage ich. "Nein, gib ihr eine Halbe", sagt der Bekannte zum irritierten Barmann.
Die nächsten 20 (?) Minuten laufe ich dann also mit dem riesigen Bierglas im Raum herum, sitze mal hier, mal da, kläre meine Teilnahme an der geplanten Einweihung des neuen Fahrzeuges ab (zur Überraschung des 2. Vorsitzenden hatte ich keine Einladung bekommen), helfe ein bißchen beim Aufräumen.
Eigentlich alles easy.
Und dann kommen nachts die Schmerzen. Beim Atmen brennt es und ich habe das Gefühl, gegen einen Widerstand zu atmen. Gegen ein Uhr liege ich wach und denke "was soll das jetzt, es ist doch eigentlich alles ok". Mir fällt wieder ein vergangener Abend bei derselben Feuerwehr ein, ich war im Dunkeln durch die Fahrzeughalle spaziert und prompt über einen Stopper gefallen, diese Hindernisse, die man in der Parkposition vor bzw. hinter die Fahrzeugreifen legt.
Am Morgen sind die Schmerzen noch da und ich gehe zum Arzt, schildere das Problem - und kassiere eine Einweisung in die Klinik. "Ich mach jetzt mal was", sagt der Arzt, "ich erschrecke mal die Kollegen ein wenig und schreibe 'Lungenembolie' auf die Überweisung, damit Ihre Lunge geröntgt wird. Aber Sie müssen jemanden finden, der Sie umgehend fahren kann. Und Sachen für 1-2 Tage mitnehmen."
Zum Glück sagt die Ersatzmama: "Wir nehmen uns die Zeit, um Dich zu fahren." Und so packe ich dann eine Tasche mit 3x Unterwäsche, Schlafanzug, Waschzeug, Hauskleidung, Handtüchern, Hausschuhen, Kuschelkissen, eine Tüte mit Clementinen und Zeitungen, die ich lesen will und verstaue in der Handtasche weitere Lektüre. Wie ein Packesel komme ich in der Klinik an.
Der Ersatzpapa begleitet mich zur Aufnahme und auf die Station, wo ich relativ schnell aufgerufen werde. Ich trage mein Hab und Gut in einen Behandlungsraum und dann geht es Schlag auf Schlag: Blutdruck messen, Blut abnehmen, EKG, noch etwas mehr Blut abnehmen am Ohrläppchen (zur Bestimmung der Blutgase, wird mir erklärt), Untersuchung durch die Assistenzärztin, deren Sprache sie als Russin oder Polin verrät. Schneller als gedacht ist es Mittag und ein weiterer Patient kommt in denselben Behandlungsraum, ein Paravent als Sichtschutz wird aufgestellt. Routiniert und sehr konzentriert arbeiten Pfleger und Ärztin uns ab. Schließlich werde ich tatsächlich noch zum Röntgen geschickt, dann wieder: Warten auf die Ergebnisse (und den letzten Laborwert). Final stellt die junge Ärztin beide Fälle ihrem Oberarzt vor, der mich als Person kaum beachtet - es gibt keine Fragen seinerseits an mich, anders als bei dem anderen Patienten.
Und dann bin ich auch schon wieder entlassen, kann mich wieder abholen lassen, und wieder läßt der Ersatzpapa fast alles stehen und liegen und fährt mich wieder heim.
Die Taschen hat er dann aber nicht mehr mit hochgetragen und so bleibt trotzdem ein schales Gefühl: ich hab Leute, die mir spontan unter die Arme greifen, aber zu mir in die Wohnung kommen wollen sie nicht, sie kennen die Misere ja auch schon.
Also ärgere ich mich schon über mich selbst und mein Unvermögen, mir eine präsentable Existenz aufzubauen und vorzuhalten.
Andererseits hatte ich gestern und heute Nacht (ja, ich war wieder wach, ein Alarm in der Wohnung unter mir war Schuld) eben auch Gelegenheit, nachzudenken. Ich glaube, seßhaft werden ist mir mit meiner Geschichte gar nicht so wichtig, ich habe lieber viel zu tun. Aber vielleicht war es in den letzten Wochen doch zuviel mit den Terminen ...
Nun habe ich heute morgen erstmal nichts gemacht, nur drei Sendungen aus der BR-Mediathek geschaut und Auticon über die Krankschreibung informiert. Ich muß also heute noch hin und die Krankmeldung abgeben. Oder sagen wir: ich will das machen. Bis jetzt habe ich es noch nicht unter die Dusche geschafft, geschweige denn aus dem Haus.
Aber die Schmerzen haben etwas nachgelassen.
Freitag, 21. August 2015
Leben im Nichts
Ja, mich gibt's auch noch.
Ich renne weiterhin durch Höhen und Tiefen.
Die Aufgabe aus Wasserliesch kam, ich sah sie mir an und bekam erstmal einen Rappel. Ich hatte nur Open Office auf dem Rechner installiert und es ist nicht ganz dasselbe, ob man mit Excel arbeitet oder mit dem Tabellenprogramm von Open Office. Speziell dann nicht, wenn es um große Datenmengen geht.
Eine Teilaufgabe habe ich gemacht, vor der zweiten kapituliert. Die Aufgabenbeschreibung schien mir nicht zu den Daten zu passen.
Und dann die Bewerbung zurückgezogen, weil ich mir auch gar nicht mehr sicher war, ob ich 6-7 Stunden einfach pendeln will jede Woche und schlecht organisierte Daten verwalten will.
Das Gespräch war von einer Personalfirma vermittelt worden, die ich aber nicht über diese unglückliche Entwicklung informiert habe. Die Dame, die ja grundsätzlich nett war, erfuhr also erst von der Firma in Wasserliesch davon. Peinlich!
Es gab noch ein paar weitere Gespräche. Inzwischen habe ich sicher um die 30 Bewerbungen geschrieben. Klingt nicht viel, aber irgendwie schon, oder?
In vielen Fällen kam (noch?) keine Reaktion.
Mitte Juli: wieder eine Einladung. Eine Softwarefirma, die für ein großes Autohaus arbeitet. Es geht um den Bereich Telematik: Daten intelligenter Autos. Alles ist etwas schwammig, aber nach dem Gespräch kommt innerhalb von einer Viertelstunde eine Zusage. Wann ich denn anfangen könnte? Mitte August oder Anfang September, schreibe ich zurück. Dann ist wieder drei Tage nichts zu hören. Ich rufe an, werde zurückgerufen. Ob ich auch am 3. August anfangen könnte? Das kommt mir alles etwas zu plötzlich, aber ich sage: wenn es so sein soll, dann soll es so sein!
Die Seniorinnen freuen sich mit, andere Freunde ebenfalls.
Am ersten Augustwochenende Kurzbesuch von meinen Eltern. Essen gehen mit beiden am Sonntagabend, nur meine Mutter kommt mit zu mir (und bleibt bis zum 4. August vormittags). Sie richtet mir dann auch etwas Essen für den Tag, räumt etwas in der Wohnung auf, ohne darum gebeten worden zu sein.
Der 3. August beginnt holprig. Ich bin zu früh losgegangen und trödele an einer Umsteigehaltestelle noch etwas herum. Um neun Uhr soll ich da sein, halb neun hätte ich wohl auch geschafft. Aber ich bin überhaupt nicht vorbereitet. Als ich am Donnerstag zuvor gefragt habe, ob ich irgendwelche Software auf dem Rechner benötige, kommt keine klare Antwort. Ich hatte darauf hingewiesen, daß etwa MS Office nicht installiert ist. Nun bin ich also mit dem Macbook in der Tasche auf dem Weg. Später stellt sich heraus, daß ich besser den Windows-Laptop mitgenommen hätte. Überhaupt bin ich erstmal drei Tage damit beschäftigt, mir Software zu installieren und Zugänge zu beschaffen.
Aber das ist noch nicht mal das Schlimmste. Am ersten Tag sind im Raum drei Plätze frei. Ich steuere den in der Ecke an, mache mich dort einigermaßen häuslich. Dann kommt nach der Mittagszeit noch ein Neuer - im Gegensatz zu mir mit einer Festanstellung, weshalb er am Einführungsseminar teilgenommen hat. Und weil es heißt, daß sich ein Dritter, jemand aus dem anderen Raum, zu ihm setzen soll, gebe ich den Platz wieder frei, setze mich zentraler. (Der Raum hat acht Arbeitsplätze an 2x 4 Tischen.)
Man sollte meinen, daß ich jetzt mehr in das Geschehen integriert wäre, aber dem ist nicht so. Ich habe irgendwann Zugriff auf die eingehenden Anfragen, kann aber nichts mit ihnen anfangen. Und im Gegensatz zu dem Kollegen habe ich keinen, der mich 1:1 betreut. Ich hab sogar überhaupt keinen, der mich betreut. Und traue mich auch kaum, Fragen zu stellen. Wenn ich es doch tue, kommen knappe Antworten. Und ständig sind die Leute woanders.
Ich kann nicht in dieser Situation bleiben, schlafe ein, immer wieder.
Am zweiten Tag das erste Gespräch deshalb.
Am 4. Tag schlägt die Chefin neue Aufgaben für mich vor. Ich soll Schnittstelle zwischen unserer und einer anderen Abteilung werden. Die Fragen der anderen Abteilung entgegennehmen und verteilen. Wieder erklärt mir niemand wenigstens die Grundlagen. Und wieder schlafe ich tagsüber ein, in Meetings und auch außerhalb.
Alle arbeiten, nur ich nicht. Ja, so war das. Zwischendrin bekomme ich kurz Hilfe bei der Einrichtung von etwas, dann wird genau diese wieder unterbrochen, der Mitarbeiter wendet sich einer anderen seiner 4 Baustellen zu.
Am vierten Tag kommt auch endlich mein Vertrag. Neun oder zehn Softwareprodukte sind darin aufgelistet, die, so erklärt mir die Chefin dann immerhin doch, ich bis Ende des Jahres betreuen können soll. Ich denke in dem Moment, daß es ja nun endlich eine Struktur gibt, an der ich mich orientieren kann. Können sollte.
Aber einfach ein Softwareprodukt nach dem anderen abarbeiten ist nicht. Ich kann mich in der Atmosphäre nicht konzentrieren, gehe schon am zweiten Montag gefrustet und zu spät hin. Schlafe mehr, als ich zum Lesen oder anderem komme.
Am Dienstagnachmittag sagt die Chefin, so geht's nicht. Nicht mit meiner Einschlaferei und nicht in der angespannten Situation, in der ihre Abteilung ist. Man hätte jemanden gewollt, der gleich Arbeit abnimmt, zu möglichst 100% mitarbeitet. Im Frühjahr hätte man mich noch gut einarbeiten können. Es klingt wie eine schlechte Entschuldigung.
Ich gebe also den Schlüssel wieder ab, packe meine Hardware ein und verabschiede mich hastig. Einige der Jungs sind schon wieder unterwegs, also wird es eine kurze Verabschiedung mit nur einem Kollegen, der die Entwicklung nicht ganz versteht. Als ich zu einem anderen Kollegen gehe, der meinen Abschied nur kurz abnickt, ahne ich, woher der Wind weht. Wer hätte gedacht, daß sich hinter einem netten Gesicht soviel Intrige verbergen kann?
Die Chefin hatte unbedingt weiblichen Zuwachs in der Abteilung haben wollen ... außer ihr und ihrer Assistenz sind alles Jungs!
Ein paar Tage später treffe ich eine der Seniorinnen im Supermarkt. Ich druckse erst herum, rücke dann aber mit der Geschichte raus. Sie fällt aus allen Wolken. Ich dann auch noch mal, aber erst zuhause.
Just für diese Woche (10.-14. August) ist auch eine Erprobungswoche bei der Firma Auticon angesetzt. Ich schreibe sofort am Dienstag eine Mail, darf noch dazukommen.
Wir sind zu viert (drei Aspies, ein HFA) und lösen verschiedene Aufgaben. Am Mittwochnachmittag geht es zum Schloß Nymphenburg. Wir sollen Fotos machen von Motiven, die uns anziehen, und diese am nächsten Tag vorstellen.
Ich gehe mit der anderen Frau mit, wir quatschen viel, entdecken gemeinsame Bekannte. Die Szene der bloggenden Autisten ist klein.
Ich bin nicht dazugekommen, so viele Aufgaben zu lösen, wie ich gern hätte, ein- oder zweimal werde ich "vergessen".
Bei der Vorstellung der Fotos schlafe ich nach der Hälfte der Zeit wieder ein, bin aber schon wieder bei Bewußtsein, als der Jobcoach die anderen fragt, ob man mich sanft wecken sollte. Und reiße dann selbst meine Fotovorstellung sehr knapp herunter.
Am Ende erfahren wir: es ging darum, zu testen, wie wir mit Alltagssituationen umgehen, uns ein paar Tips an die Hand zu geben, Kompensationsmöglichkeiten zu diskutieren. "Niemand erhält eine Absage, aber wir können erst einen Vertrag ausstellen, wenn ein Projekt für Sie existiert. Wenn sich bis etwa Januar nichts ergibt, nehmen wir Sie wieder aus der Kartei." Der HFA fällt aus allen Wolken, versucht, Gliederung in den Plan für die nächsten Monate zu bekommen, wobei der Jobcoach natürlich kaum raten kann.
Wir sollen außerdem selbst eine Zertifizierung zum Softwaretester (nach ISTQB) anstreben. Eine Prüfung wird bezahlt, ein Kurs nicht.
An dem Punkt fällt jetzt die andere Frau aus allen Wolken, wegen der Kosten ...
Fazit: Auticon ist nicht halb so sozial, wie man denken möchte oder hofft. Andere Firmen meldeten sich auch nach einem Jahr noch.
Insofern irritieren die "Kuscheltage" eher.
Tja, und was Kompensation angeht ... Die andere Frau meint, meine Probleme seien wohl eher depressionsbedingt.
Ich erwäge jetzt, mich erstmal krankschreiben zu lassen.
Und die letzte Woche?
Ging hier herum mit viel Zeit im Bett, Mittwoch und Donnerstag habe ich die Wohnung überhaupt nicht verlassen. Habe immer wieder die bei Youtube verfügbaren Mitschnitte des Films zum Cats-Musical geschaut. Die Lieder nachgesungen. Die Tänze bewundert. Über manche Gesichtsausdrücke gegrinst. Überlegt, ob ich nicht auch wieder Steptanz machen soll und Jazztanz dazu.
Das ist eh das einzige, was momentan läuft: der Freizeitbereich. Ich habe mich bei einer Bereitschaft des BRK angemeldet und beim THW ebenfalls. Habe bei letzeren schon wieder einen Übungsabend mitgemacht (es wurde mit Rettungsgeräten "gespielt"). Habe beim Heufest etwas geholfen und beim Indianer- und Trapperfestival (als Betreuung beim Kanufahren, was mir einen freien Eintritt und freie Verpflegung beschert hat). Bin endlich richtig bei Foodsharing registriert.
Ich würde vermutlich sofort in die nächste Tanzschule rennen, wenn ich nicht noch eine Geldforderung vom Finanzamt erwarten müßte. Die Inaktivität bringt mich ehrlich gesagt um.
Samstag, 25. April 2015
Warum eigentlich so und warum nicht anders?
Seit ein paar Wochen geht mir ein Gedanke im Kopf herum, der mich nicht losläßt. Um ihn zu erklären, muß ich etwas ausholen.
Als ich im Teenageralter war (und auch noch ein paar Jahre später, so bis Mitte 20), bin ich ziemlich oft von meinem Vater und meiner väterlichen Oma auf meine undeutliche Sprache angesprochen worden. Immer und immer wieder. "Stell Dich mal vor den Spiegel und versuche dann mal, Dich richtig zu artikulieren." Natürlich habe ich mich nicht vor einen Spiegel gestellt und mir beim Reden zugeschaut. Ich hielt das für Zeitverschwendung, außerdem sah ich mich nicht gern im Spiegel. Ich finde mich auch heute nicht besonders ansehlich, gehe manchmal ohne Blick aufs Spiegelbild aus dem Haus, aber damals war es weitaus schlimmer.
Und ich hab dann einfach weiter so gesprochen, wie ich eben sprach, die Meinung anderer dazu war mir (auch mit Ende 20, zur Radiozeit) egal. Eine Logopädin hat noch einmal kurzzeitig Hand angelegt, konzentrierte sich aber in den Stunden mindestens zur Hälfte auf meine körperlichen Verspannungen, die mich ebensowenig interessierten. Ich übte auch daheim nicht.
Mitte November, als ich in der letzten Woche des Kurses zum Rettungsdiensthelfer steckte und versuchte, mir den Stoff in den Kopf zu pauken (was durch eine verschleppte Erkältung gar nicht mal so gut funktionierte), fiel mir bei Youtube eine Gesamtaufzeichnung einer Londoner Aufführung des Phantoms der Oper "in die Hände". (Den genauen Link finde ich inzwischen nicht mehr, hier ist eine Version mit koreanischen Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=Er_E_xh90hQ) Und statt zu lernen, habe ich völlig hingerissen die zweieinhalbstündige Aufzeichnung geschaut.
Etwa einen Monat später war auf der Arbeit genug Leerlauf, um auch dort Videos zu schauen (was wir eigentlich nicht sollten, aber doch fast jeder tat), und da wurde meine Aufmerksamkeit dann irgendwie auf alte Videos von und über Starlight Express gelenkt - viele Reportagen sind vom Team des Theaters selbst auf einem eigenen Kanal archiviert worden, Zuschauer stellen Ausschnitte aus der Show ein oder Mitschnitte der Songs, manche Darsteller zeigen das Leben hinter den Kulissen ... Mitte/Ende Januar hatte ich dann gar kein anderes Thema mehr (und manches Video um die 10 Mal gesehen). Eigentlich ist das Interesse erst vor zwei Wochen halbwegs abgeebt, weil ich inzwischen keine neuen Videos mehr finde ...
Parallel dazu gingen mir auch die Songs nicht aus dem Kopf, sodaß ich mich gar nicht so selten dabei ertappte, wie ich auf dem Büroflur "Mein Spiel" (z.B. hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=JV8HZqnx4WM) sang. Seitdem ich mehr oder weniger den ganzen Tag zuhause bin, ist mein Schamempfinden sowieso herabgesetzt, ich singe, wenn mir danach ist, ggf. auch, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin. Habe außerdem "Memory" aus Cats in einer bestimmten Version auswendig gelernt (dieses Lied singe ich noch am häufigsten) und finde mich - natürlich - gar nicht so schlecht.
Vor allem aber arbeite ich dadurch jetzt tatsächlich an meiner Aussprache ... und nehme manchmal etwas in den Alltag mit.
Tja, und dann die andere Sache. Die Verspannungen. Ich bin so weit, daß meine Ärztin vermutet, meine linke Schulter, die inzwischen fast dauerhaft schmerzt, könnte degenerativ verändert sein. Was als nächtlicher Schmerz nach Albträumen (?) irgendwann in den 2000er-Jahren anfing, geht jetzt immer öfter auch tagsüber nicht weg. (Die "normalen" Verspannungen empfand ich nie als schmerzhaft, auch heute nicht.)
Auch wegen der immer noch präsenten - und möglicherweise einfach mit den Verspannungen verknüpften - Problematik, daß ich tagsüber einfach in einen schlafähnlichen Zustand rutsche, frage ich mich nun eben auch, ob mein beruflicher Werdegang der richtige war. Und ob ich weiter reine Büroarbeit machen sollte.
Ich durfte als Kind nie das Ballett besuchen ("zu groß/zu schwer"), habe auch kein Instrument gelernt, weil ich zu beidem erst nach meiner jüngeren Schwester angemeldet wurde - beim Instrument kam auch hinzu, daß ich geistig wohl nicht weit genug war, um die Aufnahmeprüfung der Musikschule zu bestehen.
Auffallend gelenkig war ich trotzdem (jetzt bin ich es nicht mehr, wie mir vor ein paar Wochen schmerzlich bewußt wurde), aber Tanz oder Gesang waren als Hobbys nie ein Thema (bis ich 2004 mit dem Steptanz anfing). Zu meiner Abiturzeit 1997 probte der Chor der Schule einige Stücke aus Cats ein (oder vielleicht auch das ganze Musical?) und zeigte diese mit Kostümen bei einer extra Veranstaltung und ich weiß noch, daß ich damals gedacht habe: "diese Mitschüler können ganz wunderbar singen und ich überhaupt nicht".
Ich bin überhaupt erst über den Steptanz auf die Idee gekommen, doch noch mal einen Versuch mit Ballett zu wagen (es gab an der Darmstädter Uni einen Anfängerkurs, aber bald war mir die Diplomarbeit wichtiger, es gab auch terminliche Überschneidungen, denn der Kurs fand dienstags nachmittags um halb drei statt). Im Modern Dance-Kurs des Unisports wurde ich nicht genommen wegen der fehlenden Ballettvorkenntnisse. Ich hätte an einer Tanzschule einen Kurs besuchen können, aber das war mir zu teuer. Es hätte mir sicher gut getan ...
Ich merke, daß ich im bayrischen Volkstanz unterfordert bin. Ich kenne zufällig ein Pärchen, das etwas vor mir angefangen hat, ER war auf einem Tanzabend im späten November oder frühen Dezember mein Tanzpartner, kommt jetzt mit einer anderen Partnerin auch zu unseren Übungsabenden. Und da sehe ich dann, wie die zwei sich teilweise quälen. Letzten Donnerstag ergab es sich mal wieder, daß kein Mann für mich da war (wie auch, ich komme ja als einzige immer allein hin ;)). Normalerweise tanzt dann der Leiter des Volkstanzkreises mit mir, so daß ich die Frauenrolle tanze, wie es ja auch natürlich ist. Diesmal hatte er aber vielleicht keine Lust, aber seine nur etwa 1,60m große Frau schon, so daß ich den Männerpart übernahm, was nicht immer, aber den Großteil der Zeit ganz gut ging und mir Auftrieb gab. Gemessen an den Problemen, die andere hatten, haben wir zwei mit Kleinigkeiten gekämpft, etwa einem schwierigen Schritt, weniger mit den Figuren.
Ich habe nicht vergessen, daß meine Auftritte mit der Steptanzgruppe der Uni gar nicht gut gelaufen sind. Aber trotz all der Widersprüche denke ich doch, es hätte mir auch gut getan, mal ein bißchen tiefer ins Thema Musical einzusteigen. Wenn es damals, als ich um die Zwanzig war, einen Weg gegeben hätte. Jetzt bin ich ja in einem Alter, in dem man die aktive Karriere in diesem Bereich eher beendet.
Ich kann nicht umhin, zuzugeben, daß ich Starlight Express jetzt eher aus sportlicher Perspektive interessant finde (die Änderungen, die an der Show vorgenommen wurden, sind dagegen gar nicht so meins). Vermutlich wäre ich verrückt genug, auch mal vorzusprechen, wenn es nicht so aussichtslos wäre.
Als ich im Teenageralter war (und auch noch ein paar Jahre später, so bis Mitte 20), bin ich ziemlich oft von meinem Vater und meiner väterlichen Oma auf meine undeutliche Sprache angesprochen worden. Immer und immer wieder. "Stell Dich mal vor den Spiegel und versuche dann mal, Dich richtig zu artikulieren." Natürlich habe ich mich nicht vor einen Spiegel gestellt und mir beim Reden zugeschaut. Ich hielt das für Zeitverschwendung, außerdem sah ich mich nicht gern im Spiegel. Ich finde mich auch heute nicht besonders ansehlich, gehe manchmal ohne Blick aufs Spiegelbild aus dem Haus, aber damals war es weitaus schlimmer.
Und ich hab dann einfach weiter so gesprochen, wie ich eben sprach, die Meinung anderer dazu war mir (auch mit Ende 20, zur Radiozeit) egal. Eine Logopädin hat noch einmal kurzzeitig Hand angelegt, konzentrierte sich aber in den Stunden mindestens zur Hälfte auf meine körperlichen Verspannungen, die mich ebensowenig interessierten. Ich übte auch daheim nicht.
Mitte November, als ich in der letzten Woche des Kurses zum Rettungsdiensthelfer steckte und versuchte, mir den Stoff in den Kopf zu pauken (was durch eine verschleppte Erkältung gar nicht mal so gut funktionierte), fiel mir bei Youtube eine Gesamtaufzeichnung einer Londoner Aufführung des Phantoms der Oper "in die Hände". (Den genauen Link finde ich inzwischen nicht mehr, hier ist eine Version mit koreanischen Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=Er_E_xh90hQ) Und statt zu lernen, habe ich völlig hingerissen die zweieinhalbstündige Aufzeichnung geschaut.
Etwa einen Monat später war auf der Arbeit genug Leerlauf, um auch dort Videos zu schauen (was wir eigentlich nicht sollten, aber doch fast jeder tat), und da wurde meine Aufmerksamkeit dann irgendwie auf alte Videos von und über Starlight Express gelenkt - viele Reportagen sind vom Team des Theaters selbst auf einem eigenen Kanal archiviert worden, Zuschauer stellen Ausschnitte aus der Show ein oder Mitschnitte der Songs, manche Darsteller zeigen das Leben hinter den Kulissen ... Mitte/Ende Januar hatte ich dann gar kein anderes Thema mehr (und manches Video um die 10 Mal gesehen). Eigentlich ist das Interesse erst vor zwei Wochen halbwegs abgeebt, weil ich inzwischen keine neuen Videos mehr finde ...
Parallel dazu gingen mir auch die Songs nicht aus dem Kopf, sodaß ich mich gar nicht so selten dabei ertappte, wie ich auf dem Büroflur "Mein Spiel" (z.B. hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=JV8HZqnx4WM) sang. Seitdem ich mehr oder weniger den ganzen Tag zuhause bin, ist mein Schamempfinden sowieso herabgesetzt, ich singe, wenn mir danach ist, ggf. auch, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin. Habe außerdem "Memory" aus Cats in einer bestimmten Version auswendig gelernt (dieses Lied singe ich noch am häufigsten) und finde mich - natürlich - gar nicht so schlecht.
Vor allem aber arbeite ich dadurch jetzt tatsächlich an meiner Aussprache ... und nehme manchmal etwas in den Alltag mit.
Tja, und dann die andere Sache. Die Verspannungen. Ich bin so weit, daß meine Ärztin vermutet, meine linke Schulter, die inzwischen fast dauerhaft schmerzt, könnte degenerativ verändert sein. Was als nächtlicher Schmerz nach Albträumen (?) irgendwann in den 2000er-Jahren anfing, geht jetzt immer öfter auch tagsüber nicht weg. (Die "normalen" Verspannungen empfand ich nie als schmerzhaft, auch heute nicht.)
Auch wegen der immer noch präsenten - und möglicherweise einfach mit den Verspannungen verknüpften - Problematik, daß ich tagsüber einfach in einen schlafähnlichen Zustand rutsche, frage ich mich nun eben auch, ob mein beruflicher Werdegang der richtige war. Und ob ich weiter reine Büroarbeit machen sollte.
Ich durfte als Kind nie das Ballett besuchen ("zu groß/zu schwer"), habe auch kein Instrument gelernt, weil ich zu beidem erst nach meiner jüngeren Schwester angemeldet wurde - beim Instrument kam auch hinzu, daß ich geistig wohl nicht weit genug war, um die Aufnahmeprüfung der Musikschule zu bestehen.
Auffallend gelenkig war ich trotzdem (jetzt bin ich es nicht mehr, wie mir vor ein paar Wochen schmerzlich bewußt wurde), aber Tanz oder Gesang waren als Hobbys nie ein Thema (bis ich 2004 mit dem Steptanz anfing). Zu meiner Abiturzeit 1997 probte der Chor der Schule einige Stücke aus Cats ein (oder vielleicht auch das ganze Musical?) und zeigte diese mit Kostümen bei einer extra Veranstaltung und ich weiß noch, daß ich damals gedacht habe: "diese Mitschüler können ganz wunderbar singen und ich überhaupt nicht".
Ich bin überhaupt erst über den Steptanz auf die Idee gekommen, doch noch mal einen Versuch mit Ballett zu wagen (es gab an der Darmstädter Uni einen Anfängerkurs, aber bald war mir die Diplomarbeit wichtiger, es gab auch terminliche Überschneidungen, denn der Kurs fand dienstags nachmittags um halb drei statt). Im Modern Dance-Kurs des Unisports wurde ich nicht genommen wegen der fehlenden Ballettvorkenntnisse. Ich hätte an einer Tanzschule einen Kurs besuchen können, aber das war mir zu teuer. Es hätte mir sicher gut getan ...
Ich merke, daß ich im bayrischen Volkstanz unterfordert bin. Ich kenne zufällig ein Pärchen, das etwas vor mir angefangen hat, ER war auf einem Tanzabend im späten November oder frühen Dezember mein Tanzpartner, kommt jetzt mit einer anderen Partnerin auch zu unseren Übungsabenden. Und da sehe ich dann, wie die zwei sich teilweise quälen. Letzten Donnerstag ergab es sich mal wieder, daß kein Mann für mich da war (wie auch, ich komme ja als einzige immer allein hin ;)). Normalerweise tanzt dann der Leiter des Volkstanzkreises mit mir, so daß ich die Frauenrolle tanze, wie es ja auch natürlich ist. Diesmal hatte er aber vielleicht keine Lust, aber seine nur etwa 1,60m große Frau schon, so daß ich den Männerpart übernahm, was nicht immer, aber den Großteil der Zeit ganz gut ging und mir Auftrieb gab. Gemessen an den Problemen, die andere hatten, haben wir zwei mit Kleinigkeiten gekämpft, etwa einem schwierigen Schritt, weniger mit den Figuren.
Ich habe nicht vergessen, daß meine Auftritte mit der Steptanzgruppe der Uni gar nicht gut gelaufen sind. Aber trotz all der Widersprüche denke ich doch, es hätte mir auch gut getan, mal ein bißchen tiefer ins Thema Musical einzusteigen. Wenn es damals, als ich um die Zwanzig war, einen Weg gegeben hätte. Jetzt bin ich ja in einem Alter, in dem man die aktive Karriere in diesem Bereich eher beendet.
Ich kann nicht umhin, zuzugeben, daß ich Starlight Express jetzt eher aus sportlicher Perspektive interessant finde (die Änderungen, die an der Show vorgenommen wurden, sind dagegen gar nicht so meins). Vermutlich wäre ich verrückt genug, auch mal vorzusprechen, wenn es nicht so aussichtslos wäre.
Abonnieren
Posts (Atom)