Donnerstag, 2. März 2017

Lebenszeichen

Lange her, der letzte Eintrag hier. War nicht so geplant oder sonstwas, ich hatte keine Lust auf Bloggen. Kann auch daran gelegen haben, daß ich mich überreden habe lassen, einen Youtube-Kanal aufzumachen.
Und seitdem landeten die mehr oder weniger täglichen Berichte dort.

Wegen Frau Maja und diesem Beitrag schreib ich jetzt aber doch mal wieder was. Vielleicht auch mehr als einen Beitrag.

Was ist seit dem 30. Oktober passiert?
- die erwartete Kündigung (auf die ich mit Erleichterung zurückblicke)
- der Versuch, einen Nebenjob in einem völlig anderen Tätigkeitsfeld zu ergattern (klappte so lange, bis $Arbeitgeber sich entschloß, mir meinen ALG2-Bezug um die Ohren zu hauen und gleichzeitig eine gewisse politische Meinung zu indoktrinieren)
- viel unmotiviertes Daheimsitzen
- viele Abholungen für Foodsharing in München, nachdem ich mich dort auch akkreditiert habe durch eine weitere Einführungsabholung
- depressionsbedingte Verspätungen bei Abholungen, die mich doch fast die Zulassung gekostet hätten
- Erhalt der schriftlichen Kündigung meiner Wohnung
- ein "ich kann so nicht weiterleben" gegenüber dem Jobcenter führt dazu, daß man mich aus der normalen Vermittlung (die mit dem Job-Such-Zwang) ins sog. "Fallmanagement" (eine neue Abteilung für nicht gleich Vermittelbare) überstellt
- Jahresabschluß beim THW (300 Stunden in den acht Monaten seit der bestandenen Prüfung, wie auch immer ich das geschafft habe)
- Silvesterdienst für das Rote Kreuz auf dem Tollwood in München mit einem Ehrenamts- und zwei Nebenamtskollegen, sehr arbeitsreich, aber auch sehr interessant
- Aufenthalt im Epilepsie-Intensivzentrum des Klinikums Großhadern (6 Tage Langzeit-EEG, endlich - und ebenfalls endlich die Diagnose, daß es keine Epilepsie, sondern eine Schlafstörung ist)
- Amitriptylin (ja, ich nehme gerade ein trizyklisches Antidepressivum), die anfängliche Müdigkeit und Verschiebung des Tagesablaufs
- diverse Besuche in der psychiatrischen Poliklinik in der Münchner Nußbaumstraße (die Ärztin dort fühlt sich aber jetzt nicht mehr zuständig, was ich nur halb verstehe)
- Jahresabschluß beim Roten Kreuz, der eher ein Jahresauftakt ist, weil in den Januar verschoben: hier komme ich nicht ganz auf 300 Stunden, aber fast -> heftig, oder?
- Treffen mit der Mimengruppe des Roten Kreuzes im schneereichen Gebiet südlich von München

Irgendwann hat das Amitriptylin einige der Depressionssymptome aus meinem Leben getrieben - die Antriebslosigkeit leider nicht. So ganz will ich das alles immer noch nicht, gucke oft den ganzen Tag Videos, bis ich zwangsweise das Haus verlassen muß, weil ein Termin ruft. Dann gehe ich meist ungewaschen los. :(
Wollen allein reicht nicht.

Der Youtube-Kanal hätte ein Technik-Kanal werden können (oder nach Meinung eines gewissen Funkamateurs werden sollen), entwickelte sich aber zu einem mehr oder weniger Rede-Kanal mit Tagesberichten). Aus Rache (?) versieht irgendwer (ich habe den gewissen Funkamateur im Verdacht) dann jeden Beitrag mit einem Daumen nach unten. Und ich finde das sogar noch amüsant.
So ziemlich jeder Youtuber sagt am Ende oder irgendwo im Video "bitte abonniert mich und laßt n Daumen nach oben da". Ich sag das nicht, weil ich denke, entweder macht man das aus eigenem Antrieb oder auch nicht. Und ich wollte ja nicht die Kopie von irgendwas werden. Deshalb halt kein Technik-Kanal, solange mich (die Entwicklung in der Computer-)Technik aufgrund meiner Situation kaltläßt.
Ich würde mir wünschen, es gäbe mehr Möglichkeiten, zu sehen, wer welches Video wie lange angeschaut hat usw. Also so n bißchen wie Facebook. Das würde den Austausch erleichtern.

Das Jobcenter hat versucht, mir einen Strick aus der Idee des Nebenjob-Arbeitgebers zu drehen, das einzige Gehalt in zwei Teilen zu zahlen. Ich hab den Januar und Februar trotz der finanziellen Schieflage überlebt und dank Foodsharing mehr Lebensmittel daheim als ich brauche oder mit meiner geringen Kraft für den Alltag verbrauchen kann. Das ist ein seltsames Gefühl, insbesondere dann, wenn man daran denkt, daß das, was Foodsharing in München und Umkreis an Kooperationen hat, nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Wegen der rechtlich unsicheren Situation ruht fast in allen Städten die Aufnahme neuer Kooperationen.

Ich habe mir die Haare wachsen lassen und letzte Woche wieder auf die Hälfte abgeschnitten, so daß ich jetzt wieder einen 20er-Jahre-Bob habe. Das hat offenbar so gut geklappt, daß ich dazu sagen muß, daß ich beim Friseur war.

Ich schwanke zwischen Hierbleiben und Wegziehen. Wobei Wegziehen wohl erstmal "zurück zu den Eltern" hieße. Und das kann eigentlich nicht gut sein.

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